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Mit einem Hauch von Zimt – Multimediale Lesung in der Niederlassung

Mit einem Hauch von ZimtDeef Pirmasens’ Multimediale Lesung: Münchner und Schweizer Autoren präsentieren ihre Texte. Daneben gibt es Instrumentalmusik und “Visuals”

Donnerstag, 3. Dezember 2009, 20 Uhr, in der Bar NIEDERLASSUNG, Buttermelcherstr. 6, München. Der Eintritt beträgt 4 Euro

“Das Weihnachtsfest ist Quell unendlich vieler Geschichten über besinnliche Stunden, Konsumschlachten und Familientragödien. Eine thematisch breit gefächerte Auswahl dieser Storys werden ich und meine Gäste bei der Multimedialen Lesung “mit einem Hauch von Zimt” vortragen. Untermalt wird die Lesung von atmosphärisch passender Musik und szenischen Visuals.” Deef Pirmasens

Trailer: “mit einem Hauch von Zimt” from Deef Pirmasens on Vimeo.

Mit dabei sind:
Volker Keidel – HSV-Fan und Fast-Gründungsmitglied der Lesebühne Westend ist Kiez
Felix Bonke – einer der erfolgreichsten Poetry Slammer Münchens.
dani L. – lebt in Basel und als Druckgrafiker zwischen Kneipen, Clubs und Atelier.
Die DiVa alias Berit-Silja Gründlers – schreibt für www.diediva.com., kommuniziert die fahnenflüchtige Deutsche in Zürich für MTV und besucht jedes nur mögliche Konzert.
Tobias Heitzer – Gründer des Münchner Lyrik Label Perplex Poesie, organisiert Lesungen, studiert Neuere deutsche Literatur an der LMU.
VJ gently.radical – der Mann mit dem Plan in Sachen Design und Visuals.
Deef Piramsens – Macher der Gefühlskonserve und nach eigenen Angaben Konsolero, München-Compañero, Twitter-Transmitter. Er liest u.a. aus dem Weihnachts-Klassiker “Das Geschenk der Weisen” von O. Henry. (Deef ist natürlich der Organisator dieser multimedialen Lesung und zudem ein wahnsinnig amüsanter, agiler, aktiver und attraktiver Typ ;-) Anm. d. Red.)
Alex Schwarz – Barmann in der Münchner Niederlassung mit dem kuscheligen Wohnzimmerambiente.

Quelle: Die Gefühlkonserve

München: Samy Deluxe im Backstage – Benefiz zum Welt-Aids-Tag [Musik]

Samy Deluxe veranstaltet heute ein Benefizkonzert im Backstage zu Gunsten der Aids-Hilfe

Samy DeluxeDer 31-jährige Hamburger Samy Deluxe ist  einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Rapper.

Er hat bis heute über eine Million Tonträger verkauft. Mit vielen anderen Musiker-Kollegen, vor allem afrikanischer Herkunft, veröffentlichte er bisher die Alben “Lightkultur” (2001) sowie “Am I My Brother’s Keeper” (2005), um auf Missstände in Bezug auf Ausländer und auf Rechtsradikalismus aufmerksam zu machen.

Außerdem setzt sich Samy Deluxe gegen Aids ein. Er drehte einen Werbespot zum Welt-Aids-Tag 2006 unter dem Motto “Gemeinsam gegen Aids”. Auch zu den Welt-Aids-Tagen 2007, 2008 und 2009 engagierte er sich wieder mit TV-Spots und Plakat-Aktionen.

Heute tritt Samy Deluxe um 20 Uhr im Backstage auf. Auf seiner ”Dis wo ich hinkomm – Tour 2009 Teil 2″ macht er Station in München um ein Benefizkonzert zu geben.  Der Eintritt beträgt 27 Euro. Die Einnahmen der Veranstaltung sollen aufgrund des heutigen Welt-Aids-Tages der Aids-Hilfe zu Gute kommen.

Samy Delxe: Homepage,

München: Alice in Chains um 20 Uhr in der Theaterfabrik [Musik]

Die amerikanische Grunge-Band  Alice in Chains zählte in neunziger Jahren zu den einflussreichsten Grunge-Bands neben Nirvana, Soundgarten und Pearl Jam.

Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Grunge-Bewegung ist die Musik von Alice in Chains mehr vom Heavy Metal beeinflusst als vom Punk oder Psychedelic Rock. Bezeichnend für viele Songs ist der zweistimmige Gesang von Sänger Layne Staley und Gitarrist Jerry Cantrell, der nicht zuletzt zum Markenzeichen der Band wurde. Mindestens ebenso markant sind die größtenteils depressiven Texte, die einen Einblick in den Gemütszustand von Sänger Staley gewähren.

Inzwischen zeigen sich die Musiker aus Seattle von einer rockigeren Seite. Ende 2008 begann die Band mit den Aufnahmen für ein neues Album. Den Posten des Leadsängers übernahm William DuVall, der mittlerweile offizielles neues Bandmitglied ist. Am 25. September 2009 veröffentlichten Alice in Chains ihr neues Album, das den Titel Black Gives Way to Blue trägt.

Nachfolgend ein Mitschnitt von dem Live-Konzert am 23.11. in Dortmund. Die Qualität ist leider miserabel, gewährt aber einen Einblick in den neuen Sound.

Heute um 20 Uhr spielen Alice in Chains in München in der Theaterfabrik im Optimolgelände. Die Tickets kosten 27,50 Euro.

München: The Paddingtons im Atomic Cafe [Musik]

Seit sieben Jahren sind The Paddingtons die erklärte Lieblingsband von Pete Doherty, mit Ladrock rumpeln sich die 5 Briten durch ihre Songs. Nach vier Top 40 Singles, einem hochgelobten Debütalbum First Comes First und ausverkauften Touren wollten sie mehr. Sie gründeten die eigene Plattenfirma Mama-Bear Records, bei der sie Ende 2008 ihr zweites Album No Mundane Options herausbrachten. Im Tourkoffer haben sie ihre neueste EP mit einem Song, für den sie keinen geringeren als Adam Green gewinnen konnten. Heute treten sie in München im Atomic Café auf.

München + Punk: Die Goldenen Zitronen im 59:1 [Musik]

Zwischen Opernregie bei den Münchner Opernfestspielen (Schorsch Kamerun) und Bühnenmusik für diverse Theateraufführungen (Ted Gaier) haben DIE GOLDENEN ZITRONEN auch wieder zusammengefunden um Musik zu machen. Das heißt in diesem Fall freies Musizieren wie es jeder Band, die seit ca. 25 Jahren im Geschäft ist, gut zu Gesicht stehen könnte, würde sie es sich nur trauen. Würdevolles Musizieren. Kein Abziehbild der eigenen Geschichte und des eigenen Schaffens. Das Ergebnis ist auf dem Tonträger “Die Entstehung der Nacht” seit dem 16. Oktober zu kaufen und heute, Mittwoch, den 25.11.09, in München live im 59:1 zu hören. (59:1 -Sonnenstraße 27 – 80331 München) Der Eintritt beträgt 15 Euro, Einlass ist ab 20.30 Uhr, Beginn 21.30 Uhr

Die Entstehung der NachtMit den Goldenen Zitronen durch die Krise – tütende Elektronik mit Drohkulissen

Drei Jahre nach Lenin senden die Goldenen Zitronen ein neues musikalisches Lebenszeichen. Drei Jahre, in denen sie sich über den Kapitalismus, der sich seit seinem Nervenzusammenbruch immer ungenierter gibt, noch mehr als sonst geärgert haben. Doch statt sich zu verdunkeln, liefern sie einen souveränen, von tütender Elektronik und Drohkulissen durchzogenen Kunstvorfall.

Die Entstehung der Nacht ist weder Wiederholungen von Kritik, noch stellen sich die Goldenen Zitronen über die Verhältnisse. Lieber lassen sie als Kenner der Konsumgesellschaft ihren Reflexen freien Lauf. Aufgetürmt durch manches Instrument (darunter Gebläseorgel, präpariertes Klavier, Bongos, Flöten, Kontrabass) und maschinelle Druckmittel (häufig analoge Synthesizer statt Schlagzeug) schafft sich Die Entstehung der Nacht seine eigenen Verhältnisse zwischen Krautrockanleihen und technoaffiner Aufnahmetechnik. Der Text bleibt dabei selbstredend erstes Instrument.

Mit dabei: Michaela Mélian (F.S.K.), Melissa Logan (Chicks on Speed), Jakobus Siebels (JaKönigJa) und Mark Steward.

Die Goldenen Zitronen – Positionen from Buback Tonträger on Vimeo.

Zehn Thesen zur “Entstehung der Nacht“.

1. Wenn kranke Systeme im Scheitern noch aufblühen, Positionen dazu sich im Kreise drehen und Durchhaltemaßnahmen als Argumente auftreten, dann kann man empört mittun oder sich aufs persönliche Glück kaprizieren. “Die Entstehung der Nacht“ möchte aber woanders hin.

2. Ein Kapitalismus, der inmitten der um Krisenmanagement bemühten Programme und Neurosen seit seinem Nervenzusammenbruch immer ungeniertere Kreise zieht, ärgert die Goldenen Zitronen sowieso. Doch statt sich zu verdunkeln oder zu beflissenen Metaphern reizen zu lassen, liefern sie einen souveränen von tütender Elektronik und Drohkulissen durchzogenen Kunstvorfall.

3. Keine Wiederholungen von Kritik. Eher geht es darum, einen anti-resignativen Ausdruck für den Wunsch nach Weltflucht zu finden oder einer zähen Trauer sezierend auf den Grund zu gehen. Das Stück “Zeitschleifen“ behandelt in diesem Sinne das Hass-Hin-und-Her einer
ans Ende gekommenen Liebe, indem es die verlorene Kommunikation mit dramatischen Soundbildern nachvollzieht. Die Goldenen Zitronen stellen sich nicht über die Verhältnisse. Lieber lassen sie als gute Kenner der “Konsumgesellschaft“ ihren Reflexen freien Lauf. Etwa hinsichtlich “Fusion-Kaugummis“, die vorgeben, nach “Melone und Blackberries“ zu schmecken.

4. Text bleibt erstes Instrument. Um sich aber den Unzulänglichkeiten von Sprache, ihren Klischees oder Konfrontationslinien, aus gegebenen Anlässen zu entziehen, findet die inhaltliche Aussage der Platte ebenso drängend im Musikalischen statt. Aufgetürmt durch manches Instrument (darunter Gebläseorgel, präpariertes Klavier, Bongos, Flöten, Kontrabass) und maschinelle Druckmittel (häufig analoge Synthesizer statt Schlagzeug) wächst “Die Entstehung der Nacht“ über das Motiv hinaus, ungebrochene Aktualität zu demonstrieren und schafft sich mit Krautrock-Anleihen bei Techno-affiner Aufnahmetechnik seine eigenen Verhältnisse.

5. Gemessen an der Realität, aus der “Die Entstehung der Nacht“ resultiert, klingt sie wie ein furios schepperndes Durch- und Miteinander demokratischster Leidenschaften. Was dem einen sein unaufgestauter Affekt, soll dem anderen ruhig seine Versenkung in perkussive Muster sein. Zwischen aufgeriebenen Rhythmen bilden sich milde String-Akzente heraus, an anderer Stelle werden Gitarren schwer wie Senkblei oder bis zur Unkenntlichkeit ausgeleiert. Gut möglich, dass die am Spannungsbogen Beteiligten neben Can, Red Krayola und den Monks etwa Leo Ferré oder Snap genommen haben.

6. Die Goldenen Zitronen finden “Silbermond“ interessant, weil die deutschen Chart-Breaker seit einem ihrer letzten Hits sowas wie die unwidersprochene Speerspitze des popkulturell verhandelten Sicherheits-Dispositivs sind. Kein Grund, deswegen ausfällig zu werden, aber dass dieser jugendliche, im Video mit Demo-Bildern ausgestattete Wunsch nach Schutz und Stabilität so unbedarft regressiv daherkommt, gehörte mal thematisiert.

7. Dass Michaela Mélian, Künstlerin und queen of F.S.K., an Bord geholt wurde, um Melanies “Beautiful people“ einzusingen, ist schlichtweg die Wahrwerdung einer schönen Utopie.

8. Man möchte mit jeder Platte aufs Neue dazu gratulieren, dass sich Julius Block, Enno Palluca, Stephan Rath, Mense Reents, Ted Gaier und Schorsch Kamerun gefunden haben. Statt sich kollektivzersetzenden Hierarchiefragen zu widmen, funktioniert ihr Spannungsverhältnis wie eine offen improvisierte Arbeitsteilung, die das Wucherwerk zusammenhält. Dem Vernehmen nach herrscht untereinander eine Art Kündigungsverbot. Vorbildliches Regiment.

9. Die Tradition, im Leben auf ausgewählt gute Freunde zu setzen, ist jede Fortsetzung wert. Peggy Kostaras (Buback), Melissa Logan (Chicks on Speed), Jakobus Siebels (JaKönigJa, Die Vögel) und Mark Steward (Polit-DJ-Auteur) waren (größtenteils nicht zum ersten Mal) dabei, um den disparaten Gesamtklang gesanglich/ instrumental auf die Spitzen zu treiben. Müssen alle mit.

10. Dass sich der Mainstream vor lauter Schiffbruch, Ignoranz oder Ideenlosigkeit der Methoden bemächtigt, die man einst gegen ihn ins Feld geführt hat, ist für die Goldenen Zitronen ein Missverständnis, das sich aufklären lässt. Wie man den eigenen Lärm und Glamour, die triftigen Affekte und Begriffe nicht aufgibt, sondern zu einer ausschweifenden Atmosphäre zusammensetzt, die mit den maroden Umständen alles und nichts gemeinsam hat; das kann “Die Entstehung der Nacht“ so kritisch wie begeistert aufzeigen.

Doris Achelwillm

Quelle: Die Goldenen Zitronen.de